2009 Grundlsee "crazy lake" - eine Bildgeschichte Drucken
TUESDAY, 16 JUNE 2009 11:29

USA842 im VollgleitenNamhafte Teile der österreichischen Soling-Elite mit weiterer Unterstützung aus Deutschland (GER 308) und Ungarn (HUN 17) versammelten sich am Grundlsee, um mit der lokalen Flotte die zweite Schwerpunktregatta  der Saison in Angriff zu nehmen.

Wie sich schon am Weg zum Start herausstellen sollte, war neben dem sportlichen Wettkampf auch ein Kampf mit den Elementen am Plan von Aeolus, der zwar nicht mit Leib und Leben, doch aber mit erheblichen Materialverlusten bezahlt werden musste. Ein denkwürdiger Regattatag, so hört man es von verschiedenen Teilnehmern (Bilder klicken zum Vergrößern).

Der Big Blow setzte am Samstag um kurz nach 3 Uhr in der 2. Wettfahrt ein.

In einer abrupten und sehr heftigen Böe, wurden einige Solings auf dem Vorwindgang wie mit einer Sense niedergemäht, Mastbruch bei AUT 125 inklusive. AUT 102, Achterstag gebrochen, Foto Klaus VrecerDoch auch schon zuvor musste den ruppigen Bedingungen Tribut gezollt werden. Bei GER 308 reißt schon in der Vorstartphase ein Wantenschlitten aus der Verankerung, der Mast kann gerade noch gerettet werden. Bei AUT 102 reißt in der ersten Wettfahrt das Achterstag, der Mast kommt von oben.

Neben den zahlreichen Schäden aber auch unglaublich beeindruckende Szenarien.  In dem flachen Wasser, weil der Grundwind nur um die 2-3 Bft weht, bildet sich kaum Welle. Daran ändern auch die zahllosen giftigen 4er und 5er Böen nichts, auch nicht die 6er und 7er Böen. AUT 122 traut sich noch, Foto Ian WalterDer O-Ton nach dem Regattatag ging von Istvan Szucs „crazy lake“ über, „das werden wir nicht so schnell vergessen“  von Peter Neumann bis zu „wir haben gewusst ,der Spinnaker muss sofort herunter, aber der Steuermann hat gesagt, bewegt euch keinen Zentimeter“, während die USA842 mit dem klassischen Surren in Eigenresonanz abdampft. So, wie man es sonst von den Gleitjollen kennt schießt sie über das Wasser, einen Trail aus Dunst und weissen Schaum nach sich ziehend, echt spooky.Knappe Situation am Vorwindgang, Foto Ian Walter

Es gab auch mahnende Worte:  „Solche Bedingungen sind keine tauglichen Wettkampfbedingungen und eigentlich kann man so nicht regattasegeln, denkt man daran, was alles passieren kann, wenn einem das Boot aus dem Ruder läuft “ sagt Rudi Engel, und ein Bild zeigt, dass er nicht wirklich daneben liegt.

Alles in allem würde ich sagen, dass es durch den Wind sicherlich erschwerte, aber sicher keine unfairen Bedingungen waren. Wer mit mehr Risiko unterwegs war, wie etwa AUT 136 in Wettfahrt zwei, braucht sich nicht wundern, dass ein kleiner Fehler eine große Wirkung hat, wenn dann ausgerechnet die Megaböe einfährt.

AUT 102, nach der Böe, Foto Ian WalterFast vergessen, eine gültige Schwerpunktwertung und einen Landesmeister gab es auch, wurden doch 3 von 5 Wettfahrten gesegelt. Der Sonntag versprach zunächst klassische Thermik aus WSW, diese wurde jedoch von einer Föhnlage nachhaltig gestört, so dass es bei 2 Startversuchen und dem Zwischenergebnis als Endergebnis blieb.

Wieder hat AUT 122 Neumann/Hubauer/Rager mit der konstantesten Leistung aufzeigen können und geht mit dem 2. Sieg in Folge und nur 5 Punkten nach Hause. Knapp dahinter mit 7 Punkten die Crew AUT 842 (USA 842) Blaschke/Blaschke/Blaschke, mit ebenfalls 7 Punkten auf Gesamtrang 3 AUT 115 Engel/Klingler/Risch.AUT 125 beim Bergen des geknickten Masts, Foto Klaus Vrecer Als Gesamtvierter wird AUT 94 /Hampel/Julia Hampel/Christine Babusek Steirischer Landesmeister 2009. Wir gratulieren besonders den jungen Damen an dem Spi und am Vorschiff für diese astreine Performance. Für AUT 136 reichte es nach dem Megabroach mit Steuermann über Bord auch noch für den Vizelandesmeistertitel.

Crazy lake - dieser Tag wird lange in Erinnerung bleiben. Grundlsee Soling SP 2009, 13.-14.6.2009

Zu den Ergebnissen

Zuletzt aktualisiert ( THURSDAY, 09 JULY 2009 18:12 )