Technische Daten und Segeleigenschaften

Der Soling ist ein offenes Kielboot, dass mit drei Personen optimal gesegelt werden kann. Die Steuerperson (Helmsman) führt auch die Großschot. Der Mittelperson (Middleman) trimmt den Spinnaker und ist vor allem auch für die Gewichtsverlagerung nach Luv durch Hängen verantwortlich, er/sie ist im Optimalfall das Crewmitglied mit dem meisten Gewicht. Die Bugperson (bowman) trimmt die Fock und führt die Decksabeiten beim Spinnakersegeln aus.

Der Soling ist mit einer Länge über alles von 8,20 m ein langes, schlankes Kielboot mit einem segelfertigen Gewicht von 1035 kg, das zum großen Teil im Kiel (60%) liegt. Der hohe Ballastanteil und das komfortfreie Deckslayout zeigen das Design eines kompromisslosen Regattaschiffes.

Die Segelfläche am Wind ist für dieses Gewicht nicht sonderlich groß, so dass keine Reffeinrichtungen vorhanden sind, durch die Vielzahl der Trimmeinrichtungen, vor allem aber durch das sehr flexible Rigg, lässt sich das Schiff auch bei Startwind gut beherrschen. Ein sehr groß dimensionierter Spinnaker bietet gute Performance bei Raum- und Vorwindkursen.

Das Regatta-Layout beim Soling hat sich seit den 70er-Jahren bis heute ständig weiterentwickelt, eine der größten Errungenschaften  waren die auf Schlitten verstellbaren Wanten, die die Trimmmöglichkeiten des Mastes erheblich erweitert haben. Das Layout, das bei den letzten olympischen Spielen 2000 verwendet worden ist, hat sich bis heute bewährt und ist bis auf kleinere Abwandlungen noch immer aktuell. Die auffälligen Merkmale sind feste Spiboxen und versenkte Trimmleinen im mittleren Decksbereich.

Schiffe älteren Baujahres werden oft mit den 2000er Layout neu ausgestattet. Für alle, die solche Arbeiten durchführen wollen, hat die ISA detaillierte Baupläne im A3-Format entwickelt. Diese Dokumente stehen den Mitgliedern der Austrian Soling Association zur Verfügung.

Der Soling hat ein so genanntes High-Aspect-Rigg, ein hohes Streckungsverhältnis von Segelbreite zu Segelhöhe, damit lassen sich außerordentliche Höhen am Wind erreichen (35° TWA).

Durch die Selbstwendefock und aufgrund der Tatsache, dass der Soling verglichen zum seinem Gewicht eine relativ kleine Segelfläche (Spinnaker nicht berücksichtigt) hat, ist auch das Einhandsegeln möglich und verbreitet.

 Länge über  alles:  8,20 m
 Länge Wasserlinie:  6,10 m
 Breite über alles:  1,90 m
 Freibord:  0,50 m
 Tiefgang:  1,30 m
 Masthöhe:  9,60 m
 Gewicht (segelfertig):  1035 kg
 Ballastgewicht (Kiel):  580 kg
 Segelfläche am Wind:  24,3 m²
 Spinnaker:  max 45 m²

Geschichte

Der Norweger Jan Linge (1922-2007), der neben dem Soling auch die Yngling entworfen hat, ist der Vater der Soling. Aus der Notwendigkeit eines olympischen Kielboots ging in den 60er-Jahren der Soling hervor. Noch heute überzeugt das offene Kielboot durch seine Ästhetik und Sportlichkeit.

Der Soling wurde in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderst konstruiert, um die teure Kielbootklasse 5.5 als olymische Klasse abzulösen. Bereits 1967 wurde der Soling eine internationale Klasse und schließlich von 1972 bis 2000 olymische Kielbootklasse. Viele ehemalige Soling Skipper tummeln sich heute im Americas Cup oder Volvo Ocean Race, wie Jochen Schühmann, Philipp Presti, Jesper Bank, Stig Westergaard.

Klassenbestimmungen

Der Soling ist nach strengen One-Design-Spezifikationen gebaut. Bei Regatten eingesetzte Boote müssen den Klassenbestimmungen entsprechen. Die Klassenbestimmungen legen alle relevanten Parameter fest. Sie werden in regelmäßigen Abständen erneuert, man findet sie auf der ISA Homepage, hier ist der Link zu den Klassenbestimmungen der Internationalen Soling-Klasse.